Die Künstler bei Spex Live, Köln @ c/o Pop, Köln, 25. Juni 2010
Mitte der neunziger Jahre war die Schwedin Robyn ein Teenager und bloße Marionette des seine Kinder fressenden Mainstream-Musikbusiness. Heute veröffentlicht die Sängerin vorlauten Perfekt-Pop auf ihrem eigenen Label Konichiwa Records. Auf ihrem nächsten Album »Body Talk I« – nur eines von drei für dieses Jahr angekündigten – reinkarniert sie wahlweise als Fembot oder Dancehall-Queen. Bei Spex Live im Rahmen der c/o pop 2010 wird Robyn nach ihrer Show bei Spex Live im Berliner Berghain nochmals Live zu sehen sein – und dann sicherlich mit einem guten Monat Tournee- bzw. Bühnenroutine im Rücken besonders Bewegungsintensiv mit dem Publikum umzugehen wissen. Live-Einblick in ihre neuen Platten geben und natürlich auch Hits ihres selbstbetitelten Albums von 2007 spielen.
Mehr aus Zufall denn Intention hat Dan Snaith als Caribou eines der definitiven Alben des Jahres auf die Welt losgelassen. »Swim« besteht letztendlich aus Material, das im Zeitraum von zwei Jahren aufgelaufen ist, eigentlich für ein noch zu erschaffendes Nebenprojekt Snaiths gedacht war und letztlich doch noch in seine Hauptband Caribou eingeflossen ist. Glücklicherweise, denn mit »Swim« ist ihm hochenergetischer Clubsound im Albumformat gelungen. Komponenten aus dem Techno- und Dubstep-Baukasten – bollernde Rave-Drums, pumpende Sub-Bässe, Synthesizer und vibrierende Klangschalen werden unter gelegentlichem Einsatz von Snaiths Kopfstimme zur dirty Avantgarde zum Abtanzen.
Wer bei Bonaparte nur »absurdes Berlin-Ding« denkt, irrt gewaltig! Die international besetzte Gruppe operiert zwar aus der Hauptstadt, hat sich aber längst in ganz Europa festgespielt, nein, noch mehr als das: Mit ihrem ungewöhnlichen Glitch-Electro-Frickel-dAdA-Punk-Bastard, den verrückten Kostümen und ihren überbordenden Live-Show-Inszenierungen haben sich Bonaparte tief in die Herzen tausender Menschen gebohrt. Im Juni erscheint nun ihr neues Album »My Horse Likes You«, aus dem man die Abfeierfreundlichsten Stücke sicherlich auch im Kölner Gloria bei Spex Live zu hören bekommen wird.
Wenn Max Dax nicht gerade für die Redaktion der Spex kocht, legt er im Berghain auf. An seinem Technics 1210 entdeckte er vor ein paar Wochen den »Pitch«-Hebel, eine Art Gaspedal. Mit dem kann man Platten langsamer spielen, was sich nachhaltig auf die Bassfrequenzen auswirkt.
Fotos: © Rankin¹ / City Slang² / Staatsakt³ / Max Dax⁴




















